Tipps und Tricks zur Getreidekonservierung

Erntefrisches Getreide ist in der Regel nicht ausreichend lagerfähig. Auf unbehandeltem Getreide bleibt die Anzahl der Schimmelpilze, Hefen und Bakterien während der gesamten Lagerung unverändert hoch. Vermehren sich diese Keime weiter, kann ihr Wachstum zu erheblichen Futterverlusten und zur Gesundheitsgefährdung der Tiere führen. Dem gilt es vorzubeugen.

Die Säurekonservierung gilt als das leistungsstärkste und kosteneffizienteste Verfahren zur Konservierung von Getreide. Damit sich der gewünschte Erfolg auch einstellt, sollten wichtige Rahmenbedingungen erfüllt werden. Nachfolgend einige Tipps, um bösen Überraschungen vorzubeugen.


Tipp 1. Wann sollte konserviert werden?

Die Konservierung des Getreides sollte zeitnah nach der Ernte erfolgen. Sonst besteht die Gefahr, dass sich feuchte Körner leicht erhitzen und ggf. auch verschimmeln. Hinzu kommt, dass dieses Getreide leicht klumpen kann, was wiederum die Konservierung stört, da eine gleichmäßige Benetzung der Körner mit Säure unmöglich ist. Die nötige Säuremenge richtet sich nach der Kornfeuchte und der Lagerdauer des zu behandelnden Getreides. Dabei muss die Kornfeuchte exakt bestimmt werden. Besonders bei ungleichmäßig abgereiften Beständen kann diese stark streuen. Die feuchteste Partie bestimmt dann die Aufwandmenge an Propionsäure.


Tipp 2. Schrot oder ganze Körner konservieren?

Sowohl Schrot als auch die ganzen Körner können gleichermaßen sicher konserviert werden. Während ganze Körner in der Fördeschnecke mit der Säure benetzt werden, erfolgt die Konservierung des Schrotes vor bzw. in der Mühle. Die Aufwandmengen an Säure liegen für Schrot höher als bei ganzen Körnern. Das Getreideschrot wird locker im Lager aufgeschüttet, so dass es leicht auskühlen kann. Es darf nicht festgefahren werden.


Tipp 3. Welche Säure einsetzen?

Die Propionsäure hat nach wie vor die größte Bedeutung als Konservierungsmittel für Getreide. Bei richtigem Einsatz ist sie in der Lage, das behandelte Getreide sicher zu konservieren. Wer die Aggressivität der reinen Säure scheut, setzt Grain Save NC zur Konservierung ein. NC steht dabei für "non corrosive" und bedeutet "nicht ätzend" Grain Save NC wurde als reizend eingestuft und ist ungefährlicher in der Anwendung. Der Wirkstoffgehalt an Propionsäure beträgt 92 Prozent. Allgemein gilt bei der Säurekonservierung, dass ein Wirkstoffgehalt von 70 Prozent Propionsäure nicht unterschritten werden sollte. Produkte mit weniger Säuregehalt gelten als unsicher in der Konservierung.


Tipp 4. Wann sind Zuschläge zur Säuremenge nötig?

Zuschläge zur Aufwandmenge müssen z. B. dann erfolgen, wenn das konservierte Getreide anschließend mittels Gebläse gefördert werden soll. Die laut Dosiertabelle empfohlene Aufwandmenge ist dann um mindestens 10 Prozent zu erhöhen. Weiterhin ist bei sehr hohen Einlagerungstemperaturen des Getreides (> 35 Grad) ein Zuschlag von 10 Prozent empfehlenswert. Bei diesen hohen Temperaturen kann ein Teil der Säure verdampfen.


Tipp 5. Wie sollte das Lager vorbereitet werden?

Säurebehandeltes Getreide sollte nicht auf ungeschützten Flächen gelagert werden. Reine Propionsäure ist ätzend und auch die NC-Säuren sind schwach korrosiv. Gegebenenfalls sind die Flächen mit säurefesten Schutzanstrichen oder Folie zu schützen. Auch das direkt auf der Fläche aufliegende Getreide ist so sicher vor Verderb. Die Propionsäure aus dem Feuchtgetreide geht sonst mit dem jeweiligen Material des Untergrundes eine Verbindung ein und die konservierende Wirkung wird stark eingeschränkt. Das Getreide verschimmelt und es bilden sich feste Krusten zwischen Getreidestapel und Untergrund.


Tipp 6. Was passiert mit den Schüttkegeln?

Schüttkegel sind in jedem Fall einzuebnen, sonst besteht die Gefahr, dass der so genannte „Kamineffekt“ eintritt. Die Luft zirkuliert ungleichmäßig im Lager und führt zum Verschimmeln der oberen Schicht.


Tipp 7. Ist eine Folienabdeckung sinnvoll?

Wird unter Dach gelagert, ist eine Abdeckung mit Folie nicht nötig und auch nicht ratsam. Es kann sich sonst Kondenswasser unter der Folie sammeln und Schimmelpilze fangen an zu wachsen. Muss aber mit Folie abgedeckt werden, so darf die Abdeckung erst nach dem Auskühlen des Schrotes - frühestens nach drei Tagen - erfolgen. Ansonsten besteht die Gefahr der Kondenswasserbildung unter der Folie (siehe Bild). Während der gesamten Lagerung muss eine Wiederbefeuchtung durch Niederschläge ausgeschlossen werden.


Tipp 8. Können unterschiedlich behandelte Partien gemeinsam gelagert werden?

Die gemeinsame Lagerung von unterschiedlich behandelten Partien ist zu unterlassen. Das Wasser aus der feuchteren Partie würde sonst in die trockenere Partie wandern, so dass diese dann verdirbt.


Tipp 9. Reicht die Säurekonservierung aus, um Käfer fern zu halten?

Säurebehandeltes Getreide wird in der Regel weniger stark von Käfern befallen. Für einen 100-prozentigen Schutz sind aber die eingesetzten Aufwandmengen zu niedrig. Erst ab einer Dosierung von über 1 Prozent Säure je t Getreide sterben zwischen 50 und 60 Prozent und über 2 Prozent Säure 98 Prozent der Kornkäfer ab - Aufwandmengen, die in der Regel nicht erreicht werden. Bei akutem Befall sollte auf geeignete Insektizide (zum Beispiel K-Obiol) zurückgegriffen werden.


Tipp 10. Wie sollte die Dosiertechnik gepflegt werden?

Um Säurereste zu entfernen und Korrosionen vorzubeugen, ist die verwendete Technik mit unbehandeltem Getreide mehrmals zu spülen. Das Dosiergerät selbst wird mit reichlich Wasser gereinigt.


Tipp 11. Sind Zuschläge an Säure bei großer Hitze nötig?

Bei extremen Sommertemperaturen wird auch das Getreide mit deutlich höheren Temperaturen eingelagert. Ist das Getreide wärmer als 35 °C, sollte die Dosiermenge um 10 % erhöht werden. Aufgrund des dann höheren Dampfdruckes der Säure können kleinere Säuremengen sich verflüchtigen und verdampfen. Da der Dampfdruck von Grain Save NC 90 deutlich geringer ist, als der der reinen Propionsäure, sind die Verluste durch Verdampfung kleiner.


Tipp 12. Wie wird das Auftreten von Schadinsekten und Schimmelpilzen durch die Temperatur im Getreide bzw. die Kornfeuchte beeinflusst?

Für das Auftreten von Schadinsekten spielt die Temperatur im Getreidelager eine größere Rolle als die Kornfeuchte. Allgemein gilt, dass unterhalb von 18 °C Schadinsekten eher selten auftreten. Mittels geeigneter Maßnahmen, wie z. B. eine Umlagerung oder Kühlung lässt sich die Temperatur im Lager nach der Ernte schnell verringern. Einer Besiedelung mit Schadinsekten kann derart wirkungsvoll vorgebeugt werden.

Für Schimmelpilze gilt, je höher die Temperatur im Lager und je höher die Kornfeuchte, desto intensiver und schneller können sie wachsen. Steigt die Kornfeuchte, sinkt gleichzeitig die Temperaturschwelle. Erst unterhalb von 8 °C ist kaum noch Pilzwachstum zu erwarten. Ist die Temperatur im eingelagerten Getreide hingegen hoch, können Schimmelpilze auch bei sehr niedrigen Kornfeuchten überleben. Typische Einlagerungsbedingungen mit Temperaturen um 25 °C und höher und Kornfeuchten von < 16 % sind demzufolge nicht ausreichend, um Schimmelpilzwachstum zuverlässig und sicher zu verhindern.


Tipp 13. Wie kann die Besiedelung des eingelagerten Getreides mit Schadinsekten verhindert werden?

Wirkungsvollste Maßnahme und damit an erster Stelle steht nach wie vor die Reinigung der Lagerräume. Dabei ist besonders sorgfältig vorzugehen. Ecken, Kanten und Zwischenräume dürfen nicht vergessen werden. Das beugt einer Besiedelung der neuen Ernte vor. Eine weitere vorbeugende Maßnahme ist die Verringerung der Lagertemperatur im Getreidestapel. Außerdem wird säurebehandeltes Getreide weniger von Käfern befallen. Die abweisende Wirkung tritt aber erst ab einer Dosierung von >0,7 % reiner Propionsäure ein. Erst ab einer Dosierung von über 1 % Säure je Tonne Getreide sterben zwischen 50 und 60 % und über 2 % Säure 98 % der Kornkäfer ab. Genau diese Dosierungen werden aber bei der Konservierung aufgrund der typischen Kornfeuchten nicht eingesetzt. Bei akutem Befall sollte auf geeignete Insektizide zurück gegriffen werden.

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Tipp 14. Konservierungsmittel der AGRAVIS Raiffeisen AG

PropionsäureGrain Save NC 90 Grains Save Granulat
Wirkstoffgehalt99,5 % Propionsäure92 % Propionsäure60 % Propionsäure
EinsatzbereichGanze Körner
Getreideschrot
Ganze Körner
Getreideschrot
Ganze Körner
Getreideschrot


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