Umgang mit Getreide bei Hitze

Einen Hitzerekord nach dem anderen erleben wir in diesem Sommer. Daher hier einige wichtige Hinweise zum Umgang mit Getreide bei heißen Temperaturen:

Auch trockenes Getreide konservieren!

Inzwischen ist es hinlänglich bekannt, dass auch im trocken eingelagertem Getreide der Hygienestatus nicht immer der beste ist. Deshalb wird dazu geraten, auch dieses Getreide zu konservieren. Mit Propionsäure und Grain Save NC 90 behandeltes Getreide zeichnet sich durch einen deutlich besseren Hygienestatus aus. Schimmelpilze, Bakterien und Hefen werden reduziert und der Mykotoxinstatus ist besser. Bei der Konservierung unter diesen heißen Temperaturen gilt es aber auf folgende Punkte zu achten:

Hohe Temperaturen erfordern Zuschläge

Die extremen Sommertemperaturen der letzten Jahre haben gezeigt, dass auch das Getreide mit deutlich höheren Temperaturen eingelagert wird. Bei Einlagerungstemperaturen des Getreides von über 35 °C ist deshalb ein Zuschlag von 10 % auf die Dosiermenge empfehlenswert. Bei diesen hohen Temperaturen steigt auch der Dampfdruck der Säure an. Hoher Dampfdruck bedeutet, dass geringe Säuremengen flüchtig sind und verdampfen. In diesem Zusammenhang sei darauf verwiesen, dass der Dampfdruck von Grain Save NC deutlich geringer ist, als der der reinen Propionsäure. Die Verluste durch Verdampfung sind also als geringer anzusehen als beim Einsatz von Propionsäure.

Das Getreide sollte zusätzlich gekühlt werden

Die Kühlung dient in erster Linie der Gesunderhaltung des Getreides bei der Zwischenlagerung, aber auch während der Lagerung. Je kälter das Getreide gelagert wird, desto kleiner ist sein Verderbrisiko. Bei der Kühlung wird kalte Außenluft mittels Belüftungsgebläse so in den Stapel eingeleitet, dass es zum Luftaustausch kommt und die Wärme dabei mit abgeführt wird. Ältere Anlagen zur Belüftungstrocknung können hierzu durchaus genutzt werden, denn Kühlung ist nichts anderes als schonendes Belüften mit Kaltluft. Alternativ können auch Kühlaggregate eingesetzt werden. Während der Kühlung selbst ist der Strömungsverlauf der Luft stetig zu kontrollieren. Kann die warme Luft nicht schnell genug entweichen, kühlt sie ab und es kommt zur Kondenswasserbildung und Wiederbefeuchtung. Besonders gefährdet sind die oberen Schichten. Schimmelpilze fangen an hier zu wachsen und das Getreide verdirbt. Weiterhin sollte die verwendete Außenluft mindestens 5 °C unter der Temperatur im Stapel liegen und eine geringere Luftfeuchtigkeit aufweisen. Allgemein ist die Kühlung des Getreides immer zu empfehlen.

Kleiner Nebeneffekt:Kaltes Getreide wird nicht so schnell von Schadinsekten besiedelt. Diese bevorzugen nämlich Temperaturen von > 18 °C. Kann das Getreide nicht gekühlt werden, sollte eine (mehrfache) Umlagerung in Betracht gezogen werden.

Hilfsmittel Lagerzeituhr

Um die Lagerstabilität von frischem Getreide nach der Ernte einfach und schnell beurteilen zu können, kann die Lagerzeituhr für Getreide zu Hilfe genommen werden. Anhand der Getreidefeuchte und der Temperatur wird mit der Lagerzeituhr die maximal mögliche Lagerzeit bis zum Einsetzen des Verderbs eingeschätzt.

Das zeigt, dass Kornfeuchte und Temperatur von entscheidender Bedeutung für die Lagerstabilität sind. Je höher die hier gemessenen Werte sind, desto mehr verkürzt sich die Lagerzeit ohne Verderb. Die Werte für die mögliche Lagerzeit lassen sich dabei einfach in der Uhr ablesen. Die aktuellen Ergebnisse der Feuchtemessung und der Temperatur werden eingetragen und dann miteinander verbunden. Der Schnittpunkt auf der Linie in der Mitte gibt die Empfehlung für die maximale Lagerzeit an. Außerdem kann abgelesen werden, wie sich eine Veränderung dieser Messwerte, beispielsweise durch Kühlung, auf die Lagerzeit auswirkt.

Das muss noch beachtet werden:

Die bei der Getreideeinlagerung entstehenden Schüttkegel sind nach Abschluss der Arbeiten einzuebnen (Kamineffekt). Die Temperatur des gelagerten Getreides darf sich nach der Einlagerung keinesfalls erhöhen, sondern muss nach ca. 2 – 3 Monaten auf unter 20 °C absinken. Wichtig: Regelmäßige Kontrolle des Stapels mittels Temperaturmessstab.


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