Mykotoxine

Mykotoxine sind giftige Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, die bei ungünstigen Bedingungen bereits auf dem Feld oder aber bei der Lagerung, Weiterverarbeitung und dem Transport in Futtermitteln gebildet werden können. Sie sind bereits in geringer Dosis toxisch. Insgesamt sind bisher an die 1000 Mykotoxine bekannt, von denen allerdings nur eine geringe Zahl regelmäßig in Futtermitteln nachgewiesen wird. Getreide und Mais sind besonders betroffene einheimische Futtermittel. Sie bergen ein höheres Risiko der Mykotoxinbelastung. Derzeit sind vor allem die Fusarientoxine (Feldschimmel) als problematisch anzusehen, da ihr Vorkommen gerade in den letzen Jahren zugenommen hat.

Die sogenannten Lagerpilze (Aspergillus- und Penicillium- Arten) und die Schwarzschimmelarten (z.B. Alternaria- Arten) können durch gute Trocknung und Lagerung, sowie der Verwendung von Konservierungsmitteln zuverlässig unschädlich gemacht werden.

Das Auftreten bestimmter Mykotoxine gibt Aufschluss darüber, ob es sich um einen Pilzbefall handelt, der bereits auf dem Feld erfolgt ist oder erst bei der Lagerung. Die Belastung der Gesamtration ist dabei entscheidend. Die Dosis, die Toxinart, das Alter der Tiere und der Verabreichungszeitraum spielen für die Auswirkung, die eine Mykotoxinbelastung für sie hat, eine große Rolle.

Folgende Mykotoxine sind in Futtermitteln von Bedeutung:

MykotoxinKrankheitsbilderMykotoxinbilderVorkommenempfindliche Tierart
Zearalenon (ZEA) FruchtbarkeitsstörungenFeldpilze: Fusaruim graminearum, F. cerealis, F. culmorumMais, Weizen (Feldpilze)Schwein > Rind > Geflügel
Deoxynivalenon (DON) Erbrechen, DurchfallFeldpilze: Fusaruim graminearum, F. culmorumMais, WeizenSchwein > Rind / Geflügel
T-2-ToxinUlzerationen und Blutungen im Magen-Darm-Trakt, Schläfrigkeit, Durchfall, DermatitisFeldpilze: Fusaruim sporotrichioides/ langsethiaeGetreide, MaisSchwein > Rind / Geflügel
Nivalenol (NIV) Durchfall und ErbrechenFeldpilze: Fusaruim cerealis, F. culmorum, F. poaeGetreide, MaisSchwein > Rind / Geflügel
Mutterkornalkaloid (Ergot- Alkaloide) Ergotismus, Durchblutungsstörung, Aborte, Agalaktie, Fruchtbarkeitsstörung, Durchfall, BewegungsstörungenFeldpilze: Claviceps purpureaGetreide ( v.a. Roggen)Schwein > Rind / Geflügel
FuminosineLeberschäden, Lungen-ödem, neurologische StörungenFeldpilze: Fusaruimverticillioide, F. proliferatumMais > Getreidealle Tierarten
Aflatoxinekrebserregend, immunsupressivLagerpilze: Aspergillus sp.Getreide, Maisalle Tierarten
Ochratoxin ANierenschädenLagerpilze: Penicillium sp., Aspergillus sp.Getreide, MaisSchwein > Geflügel > Rind

Die Untersuchung des Getreides auf Mykotoxine kann mittels ELISA (schnell, preiswert, für Rohstoffe geeignet), HPLC (zeitaufwändig, relativ teuer, für rechtliche Fragestellungen und verschiedene Matrizen) oder LC-MS/ MS (sensitive Methode; für den Profi; hochqualifiziertes Personal erforderlich; relativ teuer) erfolgen.

Als rechtliche Rahmenbedingungen beim Auftreten von Mykotoxinen gelten derzeit die aktuellen Futtermittelverordnungen, das EU-Recht sowie die Richtlinie 2002/32/EG des europäischen Parlments und des Rates vom 7. Mai 2002 über unerwünschte Stoffe in der Tierernährung. Die Empfehlungen der Kommission vom 17. August 2006 aus dem Amtsblatt der Europäischen Union betreffend das Vorhandensein von Deoxynivalenol, Zearalenon, Ochratoxin A, T-2 und HAT-2-Toxin, sowie von Fumonisinen in zur Verfütterung an Tiere bestimmten Erzeugnissen 2006/576/EG und deren Ergänzungen in 2013/165/EU können ebenfalls zu Rate gezogen werden.

Die Dekontamination von mit Mykotoxinen belastetem Futter kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Zum einen ist eine technische Behandlung vor der Fütterung (Trocknung, Konservierung) oder aber die Dekontamination während der Verdauung ‚in vivo‘ möglich. Bei Letzterem kommen häufig Mykotoxinbinder zum Einsatz. Die Bindung der Mykotoxine erfolgt auf unterschiedlichen Wegen. Zum einen können sie durch Absorption gebunden werden. Ein Beispiel hierfür sind Tonschichtmineralien, bei denen die Bindung der Mykotoxine über ionische Wechselwirkung erfolgt, so dass sie sich zwischen den einzelnen Schichten einlagern und nicht mehr aus dem Darm in den Organismus gelangen können. Eine weitere Detoxifikation von Mykotoxinen kann über Biotransformation stattfinden. Hierbei werden die Mykotoxine durch Enzyme in ihrer Struktur verändert, so dass sie für den Organismus nicht mehr schädlich sind.

Allgemein empfiehlt sich jedoch Maßnahmen zur Verringerung der Mykotoxinbelastung schon vorbeugend während der Futterproduktion zu beachten, so dass generell ein niedrigerer Mykotoxingehalt im Futter zu erwarten ist. Auf dem Feld ist die Auswahl der Fruchtfolge, der Anbau standortgerechter, pilzresistenter Sorten sowie eine ausgewogene Düngung zu beachten.

Bei der Ernte sollte der Erntezeitpunkt bewusst gewählt, die Bodenbearbeitung berücksichtigt und eine schonende Erntetechnik verwendet werden (Bruchkorn ist anfällig für Schimmel).

Die Lagerung sollte nach einer Reinigung des Getreides mit einer sachgemäßen Verarbeitung und Konservierung sowie der Schädlingskontrolle erfolgen.

All diese Maßnahmen können dazu beitragen den Mykotoxinbefall in Futtermitteln zu reduzieren.


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