Mutterkorn

Mutterkorn ist die Überdauerungsform des Schimmelpilzes Claviceps pupurea. Es entwickelt sich in den Getreideähren. Anstelle des Getreidekornes wächst das dunkelgefärbte, meist deutlich größere, aus der Ähre herausragende Mutterkorn. Mutterkörner enthalten Alkaloide, die in höheren Konzentrationen aufgenommen zu Vergiftungen bis hin zum Tod führen.

Von den Getreidearten werden vor allen Roggen und Triticale, seltener auch Weizen oder Gerste befallen. Aber auch viele Gräser können befallen werden. Ein großer Teil der Mutterkörner fällt bereits vor der Ernte aus und landet auf dem Ackerboden. Im Allgemeinen überleben sie nur bis zur kommenden Vegetationsperiode. Im Frühjahr keimen sie dann auf der Bodenoberfläche aus und bilden Sporen. Mit dem Wind werden diese Sporen dann auf die noch unbefruchtete Narbe der blühenden Getreideähren geweht und infizieren diese. Bestimmte klimatische Faktoren begünstigen das Infektionsrisiko. So verlängert z.B. kühl-feuchtes Wetter (viel Regen im Mai bis Anfang Juni) die Blühperiode bei Gräsern und Getreide. Dem Pilz bleibt so länger Zeit für eine Infektion.


Was ist bei der Ernte zu beachten?

Wird in bestimmten Bereichen des Feldes ein Befall mit Mutterkorn festgestellt, sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • betroffenen Bereiche getrennt vom restlichen Bestand ernten und behandeln
  • Einstellungen am Mähdrescher so wählen, dass bereits auf dem Feld eine erste Reinigung erfolgt (Mutterkorn ist in der Regel leichter als das Getreidekorn.)
  • Getreide nur trocken (Kornfeuchten ≤ 14 %) ernten
  • nach der Ernte Sichtung der Partie und wenn nötig, erneute Reinigung. Die Kontrolle des Getreides erfolgt anhand von Gewichts- und Farbunterschieden zum gesunden Getreide.
  • stark befallenen Partien müssen in der Regel mehrmals gereinigt werden.

Um einem erneuten Befall im kommenden Jahr vorzubeugen, muss die betroffene Fläche entsprechend behandelt werden. Hierzu ist z.B. der Mutterkornausfall ausreichend tief in den Boden einzuarbeiten (> 4 cm). Der Pilz ist dann im kommenden Frühjahr nicht in der Lage, beim Auskeimen die Bodenoberfläche zu erreichen. Weiterhin können z.B. Sortenwahl und Saatstärke dazu beitragen, eine kurze und einheitliche Blühphase zu erreichen. Das verkürzt das Infektionsrisiko zusätzlich.

Eine Bekämpfungsmöglichkeit von Mutterkornbefall mittels Fungizide besteht nicht.


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